Okertal - Bizarr geformte GranitfelsenRomkerhall - Im kleinsten Königreich der WeltArchitekten zweifeln an ihren Statikkenntnissen, wenn sie die Bauleistungen von Mutter Natur im Okertal bestaunen. Bei den Granittürmen und Felsformationen scheint die Erdanziehungskraft aufgehoben zu sein. Denn schier schwerelos widerstehen die gewaltigen, tonnenschweren Granitbrocken den physikalischen Gesetzen.
Ein feiner Nieselregen ist während unserer Wanderung im Okertal im Juli 2004 lange Zeit unser unangenehmer Begleiter. Er verwandelt die sehr steilen und steinigen Pfade in kleine Wasserfälle. Dennoch starten wir zu der Tour in Romkerhall, dem kleinsten Königreich der Welt. Nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt steigen wir in den Rundwanderweg ein. Er führt uns zu zahlreichen bizarr geformten Granitfelsen, die Mutter Natur hoch oben über dem Okertal für uns bereithält. Die erste Sehenswürdigkeit nach der Aufstiegskraxelei ist die "Feigenbaumklippe". Über eingeschlagene Stufen und weitere Kletterhilfen erobern wir die Spitze. Von hier bietet sich ein atemberaubender Blick ins wildromantische Okertal. Die nächste Station auf unserer Wanderung ist die imponierende "Mausefalle".
Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählt ebenfalls die "Hexenküche", die wir nach kurzer Wanderzeit erreichen. Es ist eine markante Felsformation aus Granit. Hier scheint sich der oberste Granitblock den Gesetzen der Schwerkraft zu widersetzen. Das Gelände um den Gesteinsblock bietet den Harzhexen alle Zutaten für ihren Zaubersud. Ob hier allerdings je gekocht wurde, steht auf einem anderen Blatt.
Der Wanderweg führt jetzt in Richtung der 605 m hohen "Kästeklippe". Auch sie bietet eine besondere Laune der Natur. Direkt an der Berggaststätte "Kästehaus" befindet sich der Zugang zu dem Felsenareal. Die besondere Überraschung ist nach dem Aufstieg die Entdeckung des "Alten vom Berg". Es ist ein großer Granitkopf, der scheinbar gelangweilt ins Okertal schaut.
Mit vollmundigen Versprechungen ist es immer so eine Sache. Aber im Fall des Okertals, mitten im Nationalpark Harz, sind sie berechtigt. Denn es wird von Wanderfreunden oft als "Schönstes Tal des Westharzes" bezeichnet. Dieser Meinung schließen wir uns an. Auf unserem Rundweg können wir weitere markante Granitfelsen bestaunen und besteigen - so den Treppenstein. Wie der Name schon sagt, führen in den Fels gehauene Treppenstufen direkt hoch zum Felsplateau. Bevor wir weiter ins Tal absteigen, kommen wir an die oberste Stelle des künstlich angelegten Wasserfalls. Das Rinnsal Romke beginnt hier den Sturzflug ins Tal. Wir dagegen wandern hinunter.
In Romkerhall befindet sich das kleinste Königreich der Welt. Das Gebiet war im 19. Jahrhundert der Jagdsitz von König Georg V. Als im vergangenem Jahrhundert im Harz eine Gebietsreform erfolgte, wurde Romkerhall keiner Kommune angegliedert. Das Versäumnis der Behörde nutzte der findige Besitzer des gemeindefreien Gebiets und rief Romkerhall zum kleinsten Königreich der Welt aus. Jetzt ist es die Touristenattraktion im Okertal - die wir natürlich besuchen.
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