Weltsensation - Die Himmelsscheibe von Nebra 

Einmaliger Fund aus der Bronzezeit - Klosterruine Memleben - Burg Wendelstein 

Tourlänge: 82 Kilometer 

Eine überaus interessante Geschichtsstunde ist unsere Radtour zu den Zeugen der Vergangenheit. Pünktlich starten wir an der Jacobikirche in Sangerhausen. Die Entdeckungstour zu den Wurzeln der deutschen Geschichte organisiert der ADFC. In freudiger Erwartung auf das Abenteuer treten 17 Radler kraftvoll in die Pedale. Die Streckenführung in eine Region mit großem historischen Hintergrund wurde klug gewählt.

Am Fundort der 3600 Jahre alten Himmelsscheibe
auf dem Mittelberg bei Kleinwangen.

Der Weg führt durch unterschiedliche Landschaften mit jeweils eigenem Reiz. Er durchzieht die fruchtbare Ebene der Goldenen Aue, steigt  in Richtung Ziegelrodaer Forst an und fällt ins Tal der Unstrut steil ab. Teilweise verläuft der Kurs auf der "Straße der Romanik". So entdecken wir vom Sattel aus interessante Orte der Frühgeschichte und des Mittelalters, die regelrecht mit historischen Fakten gespickt sind. Das erste Etappenziel ist die Grabungsstätte auf dem Mittelberg bei Kleinwangen/Nebra - dem Fundort der Himmelsscheibe. 


An der Ausgrabungsstätte.

Die Himmelsscheibe.

Rast auf dem Wendelstein.

Bei der Himmelsscheibe von Nebra handelt es sich um die älteste Abbildung des Kosmos auf der Welt. Sie ist etwa 3600 Jahre alt und wurde inmitten einer kreisförmigen Wallanlage auf dem Mittelberg im Ziegelrodaer Forst entdeckt. Nach Expertenmeinung steht der Fundort in einer Reihe mit der Steinkreisanlage von Stonehenge.

Während einer Besichtigung an der archäologischen Ausgrabungsstätte informieren Tafeln. Hier ist zu erfahren: "Die Himmelsscheibe ist ein Schlüsselfund für die europäische Vorgeschichte, die Astronomiegeschichte sowie die frühe Religionsgeschichte. Die erste bekannte konkrete Himmelsdarstellung der Menschheit lässt mit ihren Beifunden weitreichende archäologische Beziehungen sowie einen ersten tiefen Einblick in die astronomischen Kenntnisse des vorgeschichtlichen Menschen zu." Nicht ganz so alt ist unser nächstes Ziel, das Kloster Memleben. 



Die Krypta im Kloster Memleben.

In Memleben lässt sich vortrefflich auf den Spuren der Ottonen wandeln. Der Ort gehörte im 10. Jahrhundert zu den häufig aufgesuchten Pfalzen der ottonischen Könige. Wir treten in ihre Fußstapfen und unternehmen einen einprägsamen Exkurs in die tausendjährige Vergangenheit des Klosters. Hier starben König Heinrich I. am 2. Juli 936 und sein Sohn Otto der Große am 7. Mai 973. Daher gründete Kaiser Otto II. hier eine der bedeutendsten Abteien des ottonischen Reiches.  Am 1. Mai 1525 plünderten es aufständische Bauern, obwohl die Burg Wendelstein nur einen Steinwurf entfernt liegt.

 

Wehrhaft erhebt sich die Burgruine Wendelstein über der Unstrut.
 

Malerisch ist das weite Unstruttal - zum Träumen ist die stolze Ruine der Burg Wendelstein. An schroffen, verwitterten Gipsfelsen klebt die mittelalterliche Befestigungsanlage, einem Adlerhorst gleich, hoch oben über der bleigrauen Unstrut. Wechselvoll ist die Geschichte des unbezwingbaren Bauwerks, dessen Wurzeln im tiefen Mittelalter liegen. Erstmalig wird die Festung im Jahre 1312 urkundlich genannt. Jeweils im Mai verwandelt sich die Wehrhafte zu einer stimmungsvollen Kulisse für das Unstrutfest. Hinter den trutzigen Mauern kokettieren nicht die Burgfräuleins mit ihren Rittern, sondern feiert ein ausgelassenes Völkchen das schon zur Tradition gewordene Fest. Die heute noch imposante Anlage entstand zum Schutz der Pfalz und des Klosters Memleben. Von der Feste schweift der Blick in die weite Flussaue der Unstrut.

Die Rückfahrt erfolgt über Roßleben, Bottendorf und Schönewerda. Hier legen wir die Mittagspause ein. Weiter geht es dann über Heygendorf, Mönchpfiffel-Nikolausrieth, Katharinenrieth, Niederröblingen, Oberröblingen nach Sangerhausen.

Im August 2007 steuern wir erneut den Fundort der Himmelsscheibe an. An der Fundstelle auf dem Mittelberg steht seit Juli 2007 ein markanter Aussichtsturm. Er ist 30 m hoch und um 10° geneigt, er ist der Zeiger einer überdimensionalen Sonnenuhr. Etwa 3,5 km vom Turm entfernt befindet sich das Besucherzentrum - Arche Nebra.


Aussichtsturm.

Das Besucherzentrum - Arche Nebra.

Ausstellung in der Arche.


 

 

© Peter Mischur - Rosenstadt Sangerhausen - Nach oben