Mit dem Rad zu vier stolzen Schlössern 

Burg und Schloss Allstedt - Schloss Beyernaumburg - Schloss Klosterrode - Schloss Mansfeld 

Tourlänge: 77 Kilometer 

Eine erlebnisreiche Radtour in die reiche Historie der Region unternehmen wir an diesem sonnigen Junisonntag. Wir wählen die Strecke so, dass wir vier stolze Schlösser tangieren. Die geschichtsträchtige Ausfahrt führt uns von Sangerhausen über Oberröblingen und Niederröblingen nach Allstedt. Weithin sichtbar überragen Burg und Schloss die Kleinstadt an der Rohne. Die dreiteilige Höhenburg wird erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt. Hier wirkten Thomas Müntzer und Johann Wolfgang von Goethe. Hinter dicken Natursteinmauern befindet sich u. a. ein Museum. Jetzt treten wir in Richtung Beyernaumburg in die Pedale. Wir durchqueren Wolferstedt und erreichen über einen Radweg Liedersdorf. Von hier steuern wir Beyernaumburg an.

 

Weithin sichtbar erheben sich Burg und Schloss über der Stadt Allstedt.
 

Beyernaumburg ist von schönen Mischwäldern umgeben, und wer den steilen Berg zur Burg bezwungen hat, wird mit einem herrlichen Blick auf das Hügelland der Rohneniederung belohnt. Die Burg ist eine Höhenburg und liegt etwa 260 Meter über NN. Die Burganlage selber war ihrer Funktion nach Reichsburg und Grafenburg, ab 1815 Rittergut. Der gesamte Komplex steht leer. Von hier touren wir über Klosterrode in Richtung Blankenheim.

 

Das geschichtsträchtige Schloss Beyernaumburg überragt den Ort.
 

Doch zuvor legen wir am Schloss Klosterrode einen Zwischenstopp ein. Die erste urkundliche Nennung eines  Klosters Rode wird auf 1150 datiert. Seine Blütezeit erlebte das Kloster vom 13. bis ins 15. Jahrhundert. Später wurde es in ein Rittergut umgewandelt und ein Schloss gebaut. Nach einer wechselvollen Geschichte verfiel die gesamte Bausubstanz. Erst jüngst begannen die aufwändigen Sanierungsarbeiten am Schloss. Weiter geht es über Annarode und Siebigerode nach Mansfeld. Hoch zum Schloss müssen wir erneut einen steilen Anstieg bezwingen. 

 

Schloss Mansfeld erhebt sich an einem schroffen Berghang über der Stadt.
 

Eine wehrhafte und gewaltige Schlossanlage erhebt sich über der Lutherstadt Mansfeld. Erstmals wurde die Burg um 1229 erwähnte, sie war  Stammsitz der Grafen von Mansfeld. Im Mittelalter trugen der Kupfer- und Silberbergbau, die Kupferverarbeitung und der Kupferhandel zur Entwicklung der Stadt bei. Auch Hans Luder (seine Söhne Martin und Jakob änderten später die Schreibweise ihres Familiennamens in Luther um) kam 1484 in den Ort, um im Bergbau zu arbeiten.

Die Gebäude des Schlosses mit der gotischen Schlosskirche, die Ruinen von Mittel- und Hinterort sowie die noch immer mächtig anmutenden Festungsanlagen geben einen Eindruck von der gewaltigen und prunkvollen Bautätigkeit der Mansfelder Grafen. Heute ist das Schloss eine kirchliche Tagungs- und Freizeitstätte und kann besichtigt werden.

Im Ortszentrum befindet sich der Lutherbrunnen, den der Bildhauer Paul Juckoff 1913 schuf. Das Denkmal ist mit dem Drachen tötenden heiligen Georg, dem Schutzpatron der Stadt Mansfeld, bekrönt. Darunter befinden sich die Medaillons der Eltern von Martin Luther, Hans und Margarethe Luder, gestaltet nach den berühmten Gemälden von Lucas Cranach. Bestimmt wird der Eindruck von 3 großen Bildreliefs, die drei wichtige Ereignisse im Leben Martin Luthers darstellen. 


Lutherbrunnen.

„Hinaus in die Welt“

„Hinein in den Kampf“

„Hindurch zum Sieg“

Über dem ersten Bronzerelief steht: „Hinaus in die Welt“ Luther als 13-jähriger Knabe mit Wanderstock und Schülerhut in der Hand. Auf der zweiten Bronzetafel, überschrieben mit „Hinein in den Kampf“ ist Luther reliefartig beim Thesenanschlag in Wittenberg dargestellt. Die dritte Tafel zeigt Luther vor dem Reichstag in Worms. Sie trägt die Zeile „Hindurch zum Sieg“.

Die Rückfahrt erfolgt vorbei an den Möllendorfer Teichen, über schattige Waldwege zum Zollhaus auf der Kohlenstraße. Die überqueren wir und radeln gemütlich bergab nach Grillenberg, Obersdorf, Gonna  und Sangerhausen.

 

 

 

© Peter Mischur - Rosenstadt Sangerhausen - Nach oben