An der Saale hellem Strande

Drei-Flüsse-Fahrt: Unstrut-Saale-Ilm - Freyburg - Naumburg - Bad Kösen - Großheringen

Tourlänge: 58 Kilometer 

Mit einer Panne beginnt die Radtour des ADFC Sangerhausen am Bahnhof der Rosenstadt. Bei einem Radler schlägt die Defekthexe bereits auf dem Weg zum Treffpunkt zu. Er hat im Hinterrad einen Platten. Doch dies sollte die einzige Panne auf der  Fahrt sein. Der Tourleiter konnte zu der Drei-Flüsse-Tour 25 Radelbegeisterte begrüßen. Ob Clubmitglied oder Gast spielt dabei keine Rolle. Ebenso wie das Alter. In dem Pelleton reihen sich Drittklässler genauso ein, wie Senioren. Und um es vorweg zu sagen. Alle Starter schafften auch die überaus erlebnisreiche Fahrt.

Die erste Etappe, sie führte bis nach Laucha, legt der Trupp allerdings mit dem Bähnle zurück. Von Laucha an radeln wir flussabwärts auf dem gut ausgebauten Unstrutradwanderweg. Dabei passierten wir Freyburg. Faszinierend im Umland der Stadt des Rotkäppchensektes und des Turnvaters Jahn sind die Weinberge, an deren Füssen die Route unmittelbar entlang führt. Vom Gipfel der Wingerte grüßt der dicke Bergfried der sanierten Neuenburg.

Da die Organisatoren dieser Radtouren stets den sportlichen Teil mit einer leichten Prise Kultur würzen, überrascht uns am Steinernen Bilderbuch eine besondere Attraktion. Dieses Kleinod zwischen der Sektstadt und dem Blütengrund bei Naumburg verzaubert durch seine ins Gestein gehauenen Darstellungen. In dem Fels des Weinberges hatte um 1713 ein Künstler Reliefs mit Weinbaumotiven in den Sandstein geschlagen.

Nach einer kurzen Informationspause an diesem besonderen Kunstwerk radeln wir gemütlich in Richtung Blütengrund, kurz vor den Toren von Naumburg. Hier, an der Mündung der Unstrut in die Saale legen wir direkt im Fährhaus die wohlverdiente Mittagspause ein. Bis hierher haben wir gut 18 Kilometer in den Beinen.

  Wein - Sekt - Kulinarisches an der Saale-Wein-Meile  


Zu Pfingsten verwandelt sich die Saale-Wein-Meile in eine wahre Feiermeile. Auf 6 Kilometer Länge öffnen von Roßbach bis Bad Kösen 35 Weinbetriebe ihre Tore.

Dann satteln wir wieder die Drahtesel und geben dem zweirädrigen Fortbewegungsmittel die Sporen. Nun geht es entlang der Saale. Die relativ ebene Strecke bewältigen sportliche wie gemütliche Radler gleichermaßen. Entlang der Saale, in der Ferne grüßen die patinabedeckten Türme des Naumburger Doms, erleichtert ein einheitliches Wegweisersystem die Orientierung, so dass der Radler nie vom rechten Weg abkommen kann.

Vorbei geht es am ehemaligen Klostergebäude Schulpforta zwischen Bad Kösen und Naumburg gelegen. Die Geburtsstunde dieses Klosters schlug nach historischen Unterlagen bereits im Jahr 1137, als sich die Zisterziensermönche hier ansiedelten. Sehenswert sind die um 1200 in Kreuzform gebaute Basilika sowie der um 1251 nach französischer Gotik errichteten Chor. Später zog hier eine höhere Lehranstalt ein.


Von der Rudelsburg (li.) schweift der Blick ins weite Saaletal mit den Bogenbrücken zur Burg Saaleck.

Weitere Berührungspunkte dieser Tagestour an der Saale hellem Strande waren Bad Kösen sowie nach steilem Anstieg der Fotostopp auf der Rudelsburg. Fast in Griffweite grüßt die Burg Saaleck. Beide Burgen stammen aus dem 12./13. Jahrhundert. Auf der Rudelsburg schrieb Franz Kugler 1826 das Lied "An der Saale hellem Strande..." 

Gruppenfoto auf der Rudelsburg.

Diesen besungenen Strand erreichen wir nach einer rasanten Talfahrt und folgen wieder dem Piktogramm mit dem Radfahrer auf blauen Grund. Übrigens ist der Saaleradweg etwa 400 Kilometer lang.

Bei Großheringen erreichen wir den dritten Fluß, die Ilm, die wir nur kurz streifen, ehe wir in den Zug steigen und in Richtung Heimat fahren. Doch in Artern zuckte es einem kleinen Trupp Radlern in den Waden. Sie nahmen das letzte Stück bis nach Sangerhausen unter die Pneus. In der Rosenstadt zeigte der Tacho genau 58 Kilometer an.

 

 

 

© Peter Mischur - Rosenstadt Sangerhausen - Nach oben