Über historisches Holzpflaster zum Kunstteich 

Familienwaldtour entlang der Kohlenstraße - Zwischenstopp im Schloss Klosterrode 

Tourlängen: 35 oder 50 Kilometer 

Auf dem Radwanderweg von Sangerhausen über Gonna bis Obersdorf kommen wir an diesem schönen Augusttag gut voran. Weiter geht es auf der recht wenig befahrenen Landstraße nach Pölsfeld. Hinter dem Ort steigt die Straße etwa 2 Kilometer ganz schön an. Auf der Kohlenstraße, jenem uralten Transportweg auf dem die Kutscher einst mit ihren großen Pferdegespannen die Holzkohle zu den Mansfelder Kupferhütten transportierten, haben wir kaum noch Steigungen zu erwarten. Wir genießen entspannt die Waldluft. Vorbei am Zollhaus und Ludwigsstrauch führt uns der Weg über die Pferdeköpfe in Richtung Kunstteich. Dabei passieren wir ein historisches Stück der Kohlenstraße, das noch mit Holz gepflastert ist. Dann rollt es nur noch bergab bis zum Kunstteich, wo ein Teil der Radler Abkühlung in den Fluten sucht. 

Auf dem Damm des Kunstteichs bei Wettelrode.
 

Viele Wege führen zum Kunstteich - besonders viele Radwege. Von Sangerhausen aus ist der Marktplatz bei einer weiteren Ausfahrt ein günstiger Ausgangspunkt für die 30 Radler, die an diesem Maisamstag bei der ADFC-Tour an der Startlinie stehen. Die knapp 50 Kilometer lange Strecke läßt sich bequem als Tagesetappe zurücklegen. Dabei  wird die Zweirad-Reise rasch zum Freizeitvergnügen für die ganze Familie.


Schreibers on Tour.

Über die alte B 80 steuern wir Riestedt an.

Bei dieser Streckenführung fahren wir auf Schleichwegen durch die winkligen Altstadtgassen  von Sangerhausen, passieren dabei das Ziegenloch und den Sackteich. An unzähligen blühenden Gärten vorbei rollen wir auf der alten B80 nach Riestedt und müssen bergauf nach Beyernaumburg kräftig in die Pedale treten. Weiter führt uns die Tour auf dem touristischen Radweg zum geschichtsträchtigen Ort Klosterrode. Hier legen wir im weiten Schlossareal eine Verschnaufpause ein. 


Im Schloss Klosterrode.

Pausengespräch im Schlosshof.

Die erste urkundliche Nennung eines  Klosters Rode wird auf 1150 datiert. Seine Blütezeit erlebte das Kloster vom 13. bis ins 15. Jahrhundert. Später wurde es in ein Rittergut umgewandelt und ein Schloss gebaut. Nach einer wechselvollen Geschichte verfiel die gesamte Bausubstanz. Erst jüngst begannen die aufwändigen Sanierungsarbeiten am Schloss. Und noch ein wesentlicher Geschichtsfaktor ist in dem Gebiet um Blankenheim allgegenwärtig - die Zeugen des Kupferschieferbergbau. Bereits am Ende des Mittelalters wurde der Bodenschatz  hier abgebaut. Davon zeugen viele kleine Halden, die ebenfalls bei Wimmelburg und Wolferode das Landschaftsbild prägen. 

 

Landschaftlich äußerst reizvoll - In der ausgedehnten Feldflur blüht noch der Raps.
 

Unsere abwechslungsreiche Tour führt jetzt durch Blankenheim. Hierbei tangieren wir einen neuen Wirtschaftszweig, die Erzeugung von Windenergie. Eine ganze Anzahl dieser stromerzeugenden Riesen ist über die Bergkuppe mit der ausgedehnten Feldflur verteilt. Die leichte Prise lässt zwar die dreiflügligen Windräder rotieren, bringt uns aber keine Abkühlung. Denn Klärchen meint es gut und ballert mit der vollen Wattzahl. Endlich taucht unser Radlerteam in einen dichten, schattigen Mischwald ein, der sich erst wieder bei der Überquerung der B86 lichtet. Auf der Kohlenstraße empfängt uns eine außerordentlich waldreiche Umgebung, die erneut Schatten garantiert. Fortan fahren wir auf der bereits oben genannten Strecke in Richtung Kunstteich. Auch dieser künstlich angestaute See ist ein Relikt des Kupferbergbaues.

Später fahren wir über Lengefeld durchs Eschental nach Sangerhausen zurück. 

 

 

 

 

© Peter Mischur - Rosenstadt Sangerhausen - Nach oben